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Wissenswertes zum Thema 7-Schritte-FMEA-Methodik

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Im Rahmen der Qualitätsprüfung ist es nötig, Fehler bei Prozessen frühzeitig zu erkennen und abzustellen, um Folgedefekte zu unterbinden und Kundenreklamationen zu vermeiden. Eine Maßnahme, die bei der Analyse angewendet wird und die Zuverlässigkeit einzelner Produktschritte steigert, ist die 7-Schritte-FMEA-Methodik. FMEA steht für Failure Mode and Effects Analysis, da durch sie bereits während der Produktentwicklungsphase mögliche Fehlerquellen identifiziert und abgestellt werden können. Jeder Mangel, der vorher entdeckt wird, erspart Spätfolgen und Korrekturkosten.

Dabei verläuft die Analyse systematisch in 7 Schritten, die nacheinander ausgewertet werden. Zunächst wird der Gesamtumfang betrachtet und Aufgaben definiert. Dazu gehören insbesondere das Festlegen von Projektzielen, Tätigkeitsbeschreibung, Terminplanung und die Eingrenzung der zu betrachtenden Punkte. Diesen ersten Schritt nennt man Scoping.

In Schritt zwei, der Strukturanalyse, wird der Aufbau des zu untersuchenden Prozesses gezeigt. So werden die Bestandteile des Systems in Strukturbäume abgebildet. Die grafische Darstellung soll dadurch eine zügige Erkennbarkeit der Beziehungen untereinander und der Schnittstellen bestimmen.

Schritt drei ist die Funktionsanalyse. Alle Funktionen werden dargelegt und die Elemente der Struktur ihnen zugewiesen. Genau wie bei der Strukturanalyse verläuft die Darstellung in Strukturbäumen, wobei sicherheitsbestimmte und kritische Besonderheiten durch Symbole grafisch untermauert werden.

Sind die ersten drei Punkte der 7-Schritte-FMEA-Methodik durchgeführt, erfolgt im vierten Schritt, die Fehleranalyse. Hier werden Fehler zu den Produktbereichen zugeordnet, welche davon betroffen sind. Anschließend werden die Bedeutung und die Fehlerfolge bewertet und die Problemursache in Form eines Ursache-Wirkungs-Diagramms gekennzeichnet, um so zu analysieren, warum es zu den einzelnen Problemen gekommen ist.

Schritt fünf ist dann die Präsentation des Ist-Zustandes, aber gleichzeitig auch eine Risikobewertung. Um das Risiko beurteilen zu können wird eine Risikoprioritätszahl errechnet. Alle Entdeckungen aus den vorherigen Schritten werden zuerst in Kennzahlen untergliedert, B (Bedeutung), A (Wahrscheinlichkeit, dass der Fehler Auftritt) und E (Entdeckungswahrscheinlichkeit der Ursache) und je nach Auftreten in Gering (1) – Hoch (10) bewertet. Durch die Untergliederung ergibt sich als Nächstes eine Rangfolge, die durch die Multiplikation der drei Werte ermittelt wird (B x A x E = Risikoprioritätszahl). Das Ergebnis befindet sich am Ende in einer Skala zwischen 1 und 1000. Je höher der Wert ist, desto höher ist das Risiko und muss durch Lösungsvorschläge und Maßnahmen eingeschränkt werden.

Dies erfolgt dann in Schritt 6, dem Soll-Zustand und demzufolge der Optimierung des Prozesses. Hier werden Termine und Priorisierungen festgelegt, damit das Problem reduziert, bzw. eliminiert werden kann. Danach findet eine neue Bewertung durch das Errechnen der Risikoprioritätszahl statt. In der Regel ist diese nun niedriger als das Ergebnis im Ist-Zustand.

Am Ende der 7-Schritte-FMEA-Methodik werden die Ergebnisse der Analyse dokumentiert und präsentiert. Des Weiteren kommt es zur Wirksamkeitsbewertung der Ergebnisse und einer Übersicht für künftige Durchführungsmaßnahmen


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